• Bruno Küttel

Brücken bauen


«Von allem, was der Mensch baut und aufbaut, gibt es nichts Besseres und Wertvolleres als Brücken.» Das hat der Schriftsteller, Politiker und Diplomat Ivo Andrić (1882–1975) gesagt. Ivo Andrić hat grosse Brücken gebaut. Aber auch von den kleinen Brücken gibt es nie genug.

«Ja, du darfst», gab Christine mir zur Antwort, als ich sie fragte: «… So erzähle ich von Menschen, die es im realen Leben gibt, von Nic und Christine zum Beispiel. Diese Begegnungen mit euch beiden waren wunderbar. Dass ich dich nicht sofort erkannte, als ich dich wiedersah, und dass ich es auch dann noch nicht begriff, als du es mir erklärtest, hatte nicht nur mit dem Trubel auf dem Platz und mit der lauten Musik zu tun, sondern auch mit dem Umstand, dass es mir Mühe machte, die zwei Welten zusammenzubringen. Das eine da, das andere dort, so war das bis jetzt für mich. Nun aber lösen sich die Grenzen auf. Das ist zum einen gut, zum anderen aber … Als ich dich sah und du mich begrüsstest, war mir klar, dass wir uns schon einmal begegnet waren. Nur wo?, fragte ich mich. In einem Seminar in Zürich, in spirituellen Dingen? – Die Richtung stimmte, aber ich brachte es nicht mit meiner näheren Umgebung zusammen. Und ähnlich ging es mir, als ich Nic bei Tanja sah. Hätten wir uns im Anwaltsverband getroffen, wäre alles klar gewesen. So aber … Du weisst schon, was ich meine. Und so sind wir mittendrin in der Geschichte, die ich unter die Leute bringe. Zusammenbringen will ich, was zusammengehört. Brücken bauen will ich, das ist das Zeichen der Zeit. Und so sage ich jetzt: Ich verwende eure Namen gern, aber ich kann die Namen auch ändern, wenn ihr das wünschen solltet. – Und noch etwas: Wahrscheinlich ist es das, weshalb ich mich fürs Leben gern in diesen Kreisen bewege. Diese Menschen, wie du und du und ich, zeigen sich, wie sie sind – wie sie wirklich sind. In diesem Sinn: Darf ich von euch erzählen?»

Dann reichte ich noch einen Gedanken nach: «Mit der Mail von gestern habe ich den Eindruck vermittelt, für mich wäre alles klar diesen Brückenschlag betreffend zwischen der einen und der anderen Welt. Das möchte ich noch richtigstellen. Der forsche Auftritt, wenn ich schreibe, ist das, was ich spüre. Am Tag danach sind immer auch Zweifel da. Aber ich tue, was ich tue, trotzdem, weil mir die Erfahrung zeigt, dass es gut kommt, wenn ich dieser inneren Stimme folge. Irgendwie habe ich das Gefühl, ich hätte keine Wahl, als genau das zu tun, was sich Schritt um Schritt ergibt. Wie ist es euch in dieser Hinsicht ergangen? Das würde ich gern bei Gelegenheit erfahren.»

«Lieber Bruno, vielen Dank für deine Mail. Für uns ist es in Ordnung, wenn du unsere Namen verwendest. Ich finde es toll, wie du deinen Weg findest. Du fragtest nach unseren Erfahrungen diesbezüglich. Nun, für mich kann ich sagen: Schon im jugendlichen Alter fing ich an, mich der Sinnfrage zu stellen. Ich erkannte, dass sich gewisse Muster in meiner Ahnenreihe wiederholten, und alle sagten, ich sei wie Onkel Klaus … Onkel Klaus hat sich das Leben genommen, als ich achtjährig war … Ich hatte Angst, dass mir dasselbe … Mit Hilfe eines Mediums (ich wusste erst, was das ist, als ich vor dieser Frau sass) lösten wir die Angst und noch andere Dinge dazu. An diesem Tag habe ich zum ersten Mal mit meiner verstorbenen Oma gesprochen. Ich habe geweint, geweint, geweint … Es war so real, und eigentlich gibt es so was doch nicht. Damals war ich zwanzig Jahre alt. Ein paar Wochen später besuchte ich mein erstes Seminar in diesen Dingen. Nach dem dritten Tag habe ich selber präzise Kontakte zu Verstorbenen hergestellt. Ich verstand das alles nicht. Doch es konnte nicht gespielt oder gekauft sein, denn ich machte es ja selber. Ich habe selbst diese Kontakte zu den Verstorbenen hergestellt. Und von da an besuchte ich regelmässig solche Seminare. Ich bildete mich aus und bildete mich weiter. Es lief von Anfang an gut, im Seminar auf jeden Fall. Nur zuhause ging es nicht. Ich übte zu Hause, aber es klappte einfach nicht.»

An dieser Stelle brach die E-Mail ab, und so schrieb ich meinerseits: «Danke für deine Antwort. Und wo dein Erzählen endet, denke ich selber weiter und ziehe den Schluss, dass es mittlerweile auch bei dir zu Hause gelingt … Und ja, diese Tränen kenne ich, die fliessen, wenn die Quelle aufgeht. Und wenn du ‹Onkel› sagst, dann kommt mir mein Onkel Max in den Sinn, ein Bruder meines Vaters, der schon eine Weile nicht mehr lebt. Er war ein Elektromonteur. Er arbeitete in einem Kraftwerk, und er kam dort mit Starkstrom in Kontakt. Der Strom ging rechts durch den Körper, an der Hand hinein, am Fuss hinaus. Brandwunden blieben zurück, aber mein Onkel überlebte. Wäre der Strom in die linke Hand gefahren, wäre er auf der Stelle … Das hätte sein Herz getroffen. Onkel Max war auch ein Heiler, neben dem Beruf und der Familie. Über das, was er als Heiler tat, sprach man bei uns zu Hause nur hinter vorgehaltener Hand. Man wusste nicht recht, wie man damit umgehen sollte. Diesem Onkel Max fühlte ich mich zu seinen Lebzeiten schon verbunden, und diese Verbindung ist jetzt noch da. Ich empfinde ihn als kraftvolle Unterstützung bei meinem Plan, Brücke um Brücke zu bauen. Ich meine, es sei jetzt an der Zeit, dass wir integrieren in das ganz normale Leben, was in den vergangenen Zeiten in geistigen Sphären abgehoben war. Auf dass sich Wege zeigen, um das eine mit dem anderen zu verbinden! – Auch dein Slogan ‹Erleichterung erleben› passt wunderbar dazu. Und dein Logo … Jetzt kommt deine zweite Mail, nun in der vollständigen Fassung. Das musste jetzt so sein, weil: Mein Onkel Max wollte auch seine Sache sagen. Und noch etwas: Dieser Onkel hat eine Tochter, die Christa heisst und der ich einmal erzählte, was ich in diesen Dingen mache. Sie war berührt und interessiert, ich spürte aber zugleich, dass es ihr auch Mühe machte. Sie erzählte von ihrem Vater und dass es nicht leicht gewesen sei für ihn und für die Familie. Da haben wir es heute leichter, Gott sei Dank! Und wenn ich es mit meinem Erzählen noch ein bisschen leichter mache, dann ist das Ziel erreicht. So wirken wir beide also irgendwie am Gleichen.»

Dann schrieb ich noch ein PS: «Und wenn du deine Webseite aufgeschaltet hast – du hast ja davon erzählt –, dann sagst du es mir bitte, dann schaue ich gern hinein. Mich nimmt es immer wieder Wunder, wie es andere in diesen Dingen machen. Zu solchen Begegnungen, wie wir sie erleben, kommt es ja nicht umsonst. Da entstehen kraftvolle Felder, die wir zusammen nutzen und die wir zusammen gestalten, auch wenn jede und jeder seine eigene Sache macht. Ich träume davon, dass ein solches Bewusstsein des Alles-mit-allem-verbunden in absehbarer Zeit zum Allgemeingut wird. Dann wird es auch in der Wirtschaft und in der Politik um das Miteinander gehen und nicht mehr um das Jeder-gegen-jeden. Ich weiss, das tönt naiv, aber ich bin doch lieber naiv als hoffnungslos realistisch. Und so gesehen: Die Ingenieurin, die du warst, bist du noch immer. Überall und immer auch irgendwie Maschinen, wo Rad um Rad um Rad ineinandergreifen. Und so haben du und ich und all diese vielen Menschen, die heilen und helfen wollen, deutlich mehr zu bieten, als sie selber glauben. Es geht ums Mitgefühl.»

Und apropos die zweite Mail, die Christine mir noch sandte: «Habe aus Versehen auf ‹Senden› gedrückt, bevor ich fertig war. Also wie gesagt: Zuhause ging es nicht. Ich erzählte nur meiner Schwester von dem, was ich machte, niemandem sonst. Irgendwie arbeitete ich gegen mich. Ich machte meine Lehre als Werkzeugmechanikerin zu Ende, studierte Maschinenbau, fing in einem grossen Stahlunternehmen im Verkauf an, stieg bei meinen Eltern in die Firma ein, studierte Betriebswirtschaft. Die Verträge zur Übernahme der Firma waren unterschriftsreif. Ich wurde krank und unterschrieb nicht. So verkauften wir die Firma … Nebenbei habe ich seit acht Jahren mediale Gruppen geleitet und mich immer weiter gebildet … Durch meine Ausbildung zum Coach habe ich nun meine Berufung gefunden. Hier kann ich Menschen zielgerecht helfen. Sei es bei körperlichen Leiden, bei Stress in Beziehungen, bei Ängsten und vielem mehr. Oft verbinde ich das Coaching auch mit Jenseitskontakten und mit Themen aus der Ahnenreihe. Und ich habe mich auch zur Heilpraktikerin ausgebildet. Das lässt sich jetzt alles wunderbar verbinden. Und jetzt habe ich mich selbstständig gemacht und bin sehr zufrieden, wie es anläuft ...»

Und dann noch einmal ich: «Sag ich’s, liebe Christine, ‹Helfen› heisst dieser Stoff. Und danke, dass du mir hilfst, was ich meine, in die passenden Worte zu fassen.»

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